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Archive für November 2006

The Mission - vom einsamen Kampf mit der Waage

My Way to Coolman Wintertriathlon in Freudenstadt / Kniebis  

Wie ein Berserker trainiere ich nun wahrlich noch nicht, aber auch meine Waage hat sich bislang nicht wirklich als mein Freund gezeigt. Ein wenig mehr Unterstützung aus meinem Umfeld hätte ich da schon erwartet, aber das treibt mich nur zu noch mehr Höchstleistungen an und so habe ich letztens schon fast ein knochenhartes Trainingslager absolviert.  

Immerhin war ich in der vergangenen Woche zwei Mal für je eine Stunde Skirollern und bin als Exot in kurzen Hosen Ende Oktober durch Jena geslidet. Jaja, so warm war es bei uns dieser Tage und die gnadenlosen Duelle mit den Radfahrern haben mich glatt den Schmerz in den Armen vergessen lassen und auch die Tatsache, dass das Alles schon mal besser ging. Aber mich tröstet die Illusion, dass ich mich einfach mal selbst als brillanten Techniker bezeichne, denn mit dem Alter wird man zwar nicht Besser, aber die Bewegungen sehen geschmeidiger aus, auch wenn der Körper nicht mehr ganz so adrett da her kommt und es schmeichelt mir schon fast, wenn mich die Passanten fragen, wo ich denn die Ski gelassen habe. 

Die schlummern im Keller und wissen noch nichts von dem nahenden Unglück im Januar. Auch mein Umfeld weiß noch nichts von meinen Zielen, außer sie lesen meine Zeilen, aber da echte Freunde sich nie für die Hobbys anderer interessieren, bin ich mir recht sicher, dass unter den Zehntausenden von Lesern dieser Seiten kein Bekannter dabei sein wird. Wenn doch, dann bitte einfach mal SCHNAUZE HALTEN, denn das hier ist geheim und erfordert höchste Konzentration, oder um es mit BundesJogi zu sagen „höckschte Disziplin Jungs, höckschte Disziplin Jungs“. Also grübel ich wie wild über meinem eigenen perfekten Trainingsplan nach dem Motto: Wenig machen – Viel erreichen. Aber ähnlich wie mit den Schlankmachpillen wird auch das nicht funktionieren, obwohl, sollte ich es doch mal mit ner Pille probieren? 

Hang Loose 

DW 

News, Termine und Berichte zu Nordic Fitness unter www.nordic-web.de – Die Nr. 1 im Web!

The Mission begins or Dead Men Walking mit ner Schnupfennase

 My Way to Coolman Wintertriathlon in Freudenstadt / Kniebis 

 

Also gesagt, getan, mal einfach an nem Wintertriathlon teilnehmen. 

Ha – wenn es nur so einfach wäre. Wahrscheinlich vor lauter gedanklichem Stress und Angst habe ich mir erstmal nen satten Schnupfen weggeholt, um die Vorbereitung optimal mit ner Trainingspause zu starten. NA SUPER! 

Völlig verrotzt bin ich dann gleich mal die 27km zum Kernberglauf als Begleitläufer gejoggt und war hinterher ganz schön blau, aber irgendwie erstaunt, wie schnell ich mich doch davon erholt habe und glücklicherweise auch nicht gleich meine Mission aufgrund einer Herzmuskelentzündung abbrechen musste. Also bitte nicht nachmachen, dieses Programm ist absolut nicht vernünftig, denn man sollte mit Erkältung keinen Sport treiben! Das kann schnell ins Auge gehen, doch ich hatte wohl mehr Glück als Verstand. Der Kernberglauf selbst war nicht gerade ein Highlight, geschweige denn Werbung für den Laufsport. Organisatorische Mängel, der Ausfall der Zeitmessanlage und die nicht gerade üppigen Leistungen für die Teilnehmer lassen mich als Organisator wahrlich nicht schwärmen. Ich denke schon, dezidiert eine Meinung zu dem Thema haben zu dürfen, denn bei unserem Weidatal Marathon im September wird dem Teilnehmer deutlich mehr geboten. Kommen Sie doch vorbei und überzeugen Sie sich, wie es dem Schwätzer dann als Organisator ergeht (Mehr Infos unter http://www.weidatalmarathon.de). 

Mein Wochenpensum besteht bislang aus meiner Trainertätigkeit im Gesundheitssport, das heißt, ich motiviere andere Menschen zu mehr Aktivität im Leben und finde das auch ganz toll, nur bleibt da eben wenig Zeit für eigene Ziele, doch jetzt wird ja zum Glück ALLES anders, denn neben meiner Zeit vorm Rechner und für die Menschen, finde ich nun auch noch ein paar Stunden für das Training und noch viel mehr Stunden für das Schreiben darüber. Aber ein paar Klimmzüge gehen immer und wie ein echter Held habe ich auch gleich für unseren Bike Marathon im kommenden Juli (Mehr Infos unter www.weidatal-bike.de) ein paar Streckenabschnitte besichtigt. Damit stehen also schon mal fette 3,5 Stunden Mountainbike im virtuellen Protokoll nebst den 27km Kernbergschnupfennasenlauf. 

 

Hang Loose 

 

DW

Nordic Opening - 400 Athleten im dunklen hohen Norden und Talentquoten für die Skispringer?

Alle Jahre wieder trifft sich die gesamte nordische Familie zum Saisonauftakt im finnischen Kuusamo knapp unterhalb des Polarkreises und alle Jahre wieder ist das Wetter ein bestimmender Faktor an der Schanze. Den Langläufern ist das Wetter ja eigentlich egal, aber für die Schanzenpiloten ist der Faktor Wind und Schneefall immer wieder ein Gespräch wert. Gerade im deutschen Spezialspringerlager freut man sich ja immer über Gesprächsthemen abseits der eigenen Leistung und da kommt das Nachtreten eines Alexander Herr gerade recht. 

Impulsiv, eigenbrödlerisch und selbstbewusst war der Schwarzwälder Herr ja schon immer und lebenslang von seinem Vater gefördert, hat er es ja immerhin bis in die erweiterte Weltspitze geschafft, doch nun scheint die Reise des Alexander Herr nach dem Rausschmiss aus dem deutschen Team und der gescheiterten Einbürgerung in Schweden beendet. Trotzdem ist es nicht verständlich, wenn man frustriert die Medien nutzt, um schmutzige Wäsche zu waschen und den Bundestrainer Peter Rohwein zu diffamieren. Man kann über die Stimmung im deutschen Team und die Trainingsmethoden durchaus getrennter Meinung sein und man darf auch fragen, warum die vier Skisprungstützpunkte in Deutschland allesamt durch österreichische  Trainer betreut werden, es also offensichtlich keine brauchbaren Trainer in Deutschland gibt. Aber das sind sachliche Fragestellungen und keine wilden Behauptungen in noch wilderen Magazinen von Athleten aus dem Abseits. 

Genau so wenig zielführend sind jedoch auch die Diskussionen um den deutschen Kombinierernachwuchs und die Skispringer. Es ist schon seltsam, dass man im Skispringen viel Geld verdienen kann und die Nordische Kombination dazu ein weitaus größeres Maß an Trainingsumfängen und persönlichem Einsatz erfordert, aber trotzdem in Deutschland aktuell kein Skispringernachwuchs zu finden ist, während die Kombinierer ein absolutes Luxusproblem haben. Denn allein 11 Mann aus Deutschland können im A-Weltcup starten, doch dabei hat man dann schon drei weitere Startberechtigte nach Hause geschickt und Christian Ullmer aus dem Schwarzwald hatte es dorthin noch gar nicht geschafft, ist deshalb zu den Skispringern gewechselt und gehört dort bereits zum A-Team der deutschen Skispringer, welches aktuell mit vier Mann im Weltcup vertreten ist. Da sollte man sich doch im Skispringen mal fragen, was schief läuft, anstatt arrogant Forderungen nach einer „Talentabgabe“ von den Kombinierern zu stellen. Warum ist denn der Nachwuchs in der Nordischen Kombination so erfolgreich und nicht einmal unbedingt zahlreich? Warum gelingt einem „Kombinierer der neuen Generation“ so leicht der Wechsel ins Spezialspringerlager? 

Weil es gelungen ist unter der Führung von Horst Hüttel und Sepp Buchner, beide selbst einmal Kombinierer, ein systematisches Nachwuchstraining zu realisieren, bei dem sehr viel Wert auf eine hohe koordinative Schulung gelegt wird. Die Athleten bekommen Kriterienkataloge mit nach Hause und müssen Turnen und Salti beherrschen, vom 3-Meter-Brett verschiedene Figuren springen, oder auf Inline-Skates Kunstsprünge über Hindernisse realisieren. Also alles Dinge, die kein spezifisches Training darstellen, den Athleten aber zu einer hohen koordinativen Leistungsfähigkeit führen, die wiederum zum Beispiel den Wechsel eines Christian Ullmer in eine andere Disziplin erst ermöglicht. 

Bei den Springern sucht man all diese Alternativen oft vergeblich und nach den dicken Jahren im deutschen Skisprung ist auch so mancher Athlet eher ein Schönling, denn ein knallhart siegorientierter Sportler. Man hat also die Entwicklung im Skispringen durch ein systematisches Nachwuchstraining verschlafen, trainiert häufig viel zu monoton und speziell und beschäftigt sich auch gar zu gerne mit Fragestellungen abseits der springerischen Leistung. Da wird den ganzen Sommer über Material getestet und auch im Winter probiert man gar zu oft mit Anzügen, Ski und Schuhen rum, anstatt an den technischen Details von Anfahrt, Absprung, Flug und Landung zu arbeiten. Die athletischen Leistungen der deutschen Adler waren in den letzten Jahren folgerichtig eher schwach und auch in diesem Jahr kann man nicht unbedingt behaupten, dass die deutschen Springer den Schanzentisch eintreten. 

Es ist also schlicht eine Menge Arbeit in den kommenden Jahren im Skispringen von der Basis nach ganz oben zu tun. Es müssen junge, motivierte und gut ausgebildete Trainer mit neuen Ideen her, es muss ein Nachwuchskonzept aufgestellt werden, welches dann konsequent umzusetzen ist und mehr Leistungszwang muss die jungen Athleten zu konsequenter Arbeit erziehen sowie durch ein Ausbildungskonzept sollte es auch abseits der Schanze gelingen, aus den Athleten mündige und intelligente Bürger zu machen. 

 

In diesem Sinne, Hang loose 

 

DW 

 

www.walkingparks.de – Nordic Fitness Zentren in Deutschland!

Doping und kein Ende

Die Prozessakten von Thomas Springstein liegen mittlerweile den Deutschen Spitzensportverbänden vor und zeigen offenbar das Scheitern des Dopingkontrollsystems. 

Nachdem bereits die Namen von Grit Breuer und Olympiasieger Nils Schumann genannt wurden, kamen jetzt auch die Namen der Triathleten Anja Dittmer und Stephan Vuckovic, Olympiasilbermedaillengewinner in Sidney, ins Doping-Gerede. 


Der ehemalige Trainer Thomas Springstein ist inzwischen wegen Dopingvergabe an eine damals minderjährige Athletin zu einer Bewährungsstrafe von 16 Monaten verurteilt. Der Prozess gegen ihn ist seit einem halben Jahr zu Ende, doch nachdem die Staatsanwaltschaft Magdeburg dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) und der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) Einsicht in die Akten gegeben hat, geht ein Aufschrei durch den Sport. Denn die Akten dokumentieren das Scheitern des Dopingkontrollsystems.

Wohl noch nie haben Sportfunktionäre so tiefe Einblicke in die Möglichkeiten der Leistungsmanipulation erhalten. Auf ihrer Grundlage hat der DLV auch Strafanzeige gegen Peraita und den niederländischen Athletenmanager Jos Hermens erstattet und ein Ermittlungsverfahren gegen mehrere Athleten eingeleitet, darunter Springsteins Lebensgefährtin Grit Breuer. 

Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Prozess und den Skandalen der letzte Monate lauten: 

·      Dopingkontrollen braucht man nicht fürchten, vorausgesetzt man hat die richtigen Kontakte. 

o        Denn Blutkontrollen finden nicht im Training statt, damit ist durchaus ein Doping mit Insulin und Wachstumshormonen möglich. 

o        Der Wachstumsfaktor IGF1 wird derzeit nur in der Forschung verwendet und scheint der letzte Schrei im Dopingsumpf zu sein, denn ein Nachweis ist nicht möglich und über Risiken macht sich keiner Gedanken. 

o        Falls man doch mal Gefahr läuft, einen Dopingtest abgeben zu müssen und nicht sauber ist, dann gibt es „Reiskörner“ und „Shakes“, die Dopingproben unbrauchbar machen und Dopingfahnder staunen lassen. 

o        Fast schon Allgemeinwissen ist das Doping mit Dosierungen unterhalb der Nachweisgrenze, wie zum Beispiel mit Testosteronpflastern 

·      Doping findet als großes Geschäft in Netzwerken statt 

o        Radsportler fliegen nach Spanien und haben betreuende Ärzte in Italien, Belgien und Deutschland. 

o        Ein deutscher Trainer lässt sich von einem spanischen Arzt beraten und wickelt Alles über einen holländischen Athletenmanager ab. 

o        Die Mittelchen werden aus Lagern gestohlen, aus Labors, Arztpraxen und Krankenhäusern überall in der Welt beschafft und illegal in Asien hergestellt. Überall gibt es willige Mittäter, die daran gutes Geld verdienen. 

o        In der Dopingszene werden Milliarden umgesetzt, speziell im Freizeitsportbereich (bei Bodybuildern und Kraftsportlern) herrschen mafiöse Strukturen. 

·      Doping kennt keine Skrupel 

o        Man hat keine Angst vor Nebenwirkungen, Springstein selbst hat ja Anfang der Neunziger Katrin Krabbe und Grit Breuer mit Clenbuterol, einem Mittel aus der Kälbermast gedopt, 

o        Oxiglobin, ein Blutersatzstoff und bislang nur in der Tiermedizin der USA zugelassen, wird offen auf dem Markt nachgefragt. 

o        Springstein fragt in den Mails nach Repoxygen, das wiederum ist ein Mittel, welches in die Erbstruktur eingreift und bislang noch nicht einmal über den Tierversuch hinausgekommen ist. 

o        Springstein wurde in diesem Prozess wegen Minderjährigendopings verurteilt, wobei vielen Beteiligten klar war, dass der Prozess einen ungewöhnlichen Verlauf genommen hat, um nicht für einen großen Skandal in der Leichtathletik zu sorgen, denn Springstein wurde mit dem Prozess auch zum Schweigen über die Details verurteilt. 

Bin ich Idealist, wenn ich daran glaube, dass die Nordische Kombination, das Skispringen und der Ski Langlauf sauber sind? 

Was sagen Sie? 

 

Hang loose 

 

DW

My Way to Coolman Wintertriathlon in Freudenstadt / Kniebis

It`s Cool Man hat einmal ein älterer Herr gesagt und ne Schoki verdrückt, für die ein deutscher Skispringer mit lila Helm und in den letzten Jahren eher wenig erfolgreich durch die Lüfte springt. Den gleichen Jahrgang wie einer dieser Protagonisten habe ich auch und Skispringen war ebenfalls ein Teil meines Lebens, wobei ich die Variante mit Langlauf, also die Nordische Kombination, bevorzugte. Ackermann, Kircheisen und Co. sind für mich längst Vergangenheit und die Schokolade dafür umso aktueller. Entsprechend bin ich auch einige Kilos vom idealen Wettkampfgewicht entfernt und freue mich schon jetzt auf das Alpirsbacher Klosterbräu im Ziel.

Obwohl, jetzt mach mal halblang, so ein Biertrinker bin ich wahrlich nicht und ganz so fett auch nicht, aber eben doch weit entfernt von meinen Hochzeiten (ich bin halt nicht verheiratet) als Ironman und Hobby-Triathlet. Jedenfalls fasziniert mich Wintersport schon von Kindesbeinen an und seitdem ich etwas klarer denken kann, bin ich ein ebenso begeisterter Triathlet. Also liegt der Schluss nahe, Begeisterung und Faible zusammen zu schmeißen und mal einen auf harten Wintertriathleten zu mimen. Ob das mit dem Denken dabei wirklich so klar war, wusste man auch noch nicht, aber der Mensch braucht Ziele und so lautet MEINS für die kommenden dunklen Nächte COOLMAN 2007 in Freudenstadt.

 

In den kommenden Wochen werde ich also berichten, was sich dereinst in einsamen Thüringer Wäldern zutrug und welch Höllenqualen der Held durchlebt, um am Ende ganz ohne Doping und geheime Trainingslager doch als Gewinner (an Erfahrung) im Ziel im Schwarzwald zu stehen. Harte Trainingseinheiten unter gnadenlosen Kompromissen und noch gnadenloseren Bedingungen erwarten mich, denn als Trainer kenne ich keine Gnade mit der Wade meiner einer. Die Zeit ist dabei mein größter Gegner, denn allzu oft verbringe ich die Tage vor meinem Rechner und weniger in der Natur der Bewegung, die uns Menschen eigen ist. ABER DAMIT IST JETZT SCHLUSS!

 

Für mich heißt das, endlich tut mal einer was gegen die drohende Herbstdepression, denn jetzt heißt es früher aufstehen, ALLES auf den 20. Januar 2007 ausrichten, auf SEX verzichten, asketisch leben, in die Hände spucken, das Sozialprodukt mit Trainingseinheiten während der Dienstzeit versauen. Ach ja, ich vergaß, ich bin selbständig, damit per se REICH, habe also unendlich viel Zeit, muss nur ab und an mal Geld drucken gehen und gehöre zu den Heuschrecken in der Republik. Man könnte es auch anders sehen, ich bin Existenzgründer, erhalte keine Fördergelder und Kredite, bin also arm wie ne Kirchenmaus und arbeite wie ein Berserker seit Jahren tagein tagaus, um meinen Traum zu verwirklichen. Die Sache macht auch richtig Spaß, nur blieb eben bislang keine Zeit für Training und entsprechend schwarz sehe ich bei dem Gedanken an meine Form und nicht nur bei dem Gedanken daran, sondern sicher auch beim Training.

Wir werden sehen und Sie hoffentlich lesen, wie es mir als Held im Erdbeerfeld in den kommenden Wochen so ergeht und richtig Triathlon-like sage ich:

 

Hang Loose

 

DW

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